Die Bias-Funktion von Custom Curve
Illustrationen dazu, wie Bias Betrag und Richtung der Cursorbewegung bei unterschiedlicher x/y-Empfindlichkeit beeinflusst. Näheres zum Einsatz von Bias in Custom Curve finden Sie im Handbuch.
Winkel und Betrag
Cursorbahn bei einer kreisförmigen Mausbewegung
Steuerung
Bias-Kurve
Messwerte
Das Verhältnis zwischen horizontaler und vertikaler Empfindlichkeit
Durch die Art, wie eine Maus auf dem Schreibtisch benutzt wird, sind eine seitliche Bewegung und eine Vorwärts- und Rückwärtsbewegung nicht wirklich dieselbe Geste. Nach links und rechts haben Handgelenk und Arm reichlich Spielraum; vor und zurück ist die stärker eingeschränkte Bewegung, die andere Muskeln beansprucht und ein anderes Maß an Kontrolle bietet. Es ist daher naheliegend, dass ein Teil der Empfindlichkeit davon abhängen soll, in welche Richtung die Maus bewegt wird.
Übliche achsenweise Empfindlichkeit (Bias 0 %)
Die übliche achsenweise Empfindlichkeit skaliert horizontale und vertikale Bewegung getrennt. Das hält die beiden Einstellungen unabhängig: Die horizontale Strecke hängt nur von der Empfindlichkeit der x-Komponente ab, die vertikale nur von der der y-Komponente. Damit ändert sich allerdings auch die Richtung jeder Bewegung, die nicht auf einer Achse liegt. Bewegen Sie die Maus zum Beispiel um 45° und sind die beiden Empfindlichkeiten verschieden, läuft der Cursor in einem anderen Winkel. Der Richtungsfehler ist entlang der Achsen null und zwischen ihnen am größten, ändert sich also, während der Cursor einen Bogen beschreibt. Das ist einer der Gründe, warum Spieler nach dem Ausprobieren unterschiedlicher x/y-Empfindlichkeiten oft sagen, sie bevorzugten „1:1“ – es liegt nicht an der geänderten Empfindlichkeit, sondern an der Winkelabweichung.
Nicht nur der Winkel kann bei unterschiedlichen x/y-Empfindlichkeiten und Eingaben abseits der Achsen willkürlich wirken, sondern auch der resultierende Betrag. Ebenso verändert sich die Form der Cursorbahn: Sie ähnelt der auf dem Mauspad ausgeführten Bewegung immer weniger, wie die Illustration der Cursorbahn zeigt.
Die Bias-Methode (Bias 100 %)
Bias wendet stattdessen einen einzigen Skalierungsfaktor auf die gesamte Bewegung an, der sich aus dem Eingangswinkel ergibt. Die Cursorrichtung entspricht deshalb in jedem Winkel der Richtung der Maus auf dem Mauspad. Die beiden Empfindlichkeitseinstellungen sind damit nicht mehr unabhängig: Die diagonale Ausgabe wird zu einem definierten Produkt beider Empfindlichkeitswerte, und der endgültige Skalierungsfaktor für einen beliebigen Winkel ergibt sich aus der Bias-Kurve, proportional im logarithmischen Raum angewandt. In der Praxis heißt das, dass sich die beiden Empfindlichkeiten allein nach Komfort und Kontrolle einstellen lassen – in welchem Verhältnis auch immer das verlangt, statt danach, welche Winkelabweichung gerade noch erträglich ist.
Die Illustrationen hier verwenden der Klarheit halber zwei feste Empfindlichkeiten, doch die Methode hängt in keiner Weise davon ab: Bias hält die Richtung ebenso zuverlässig, wenn jede Achse von ihrer eigenen Beschleunigungskurve angetrieben wird.
Der Bias-Regler blendet linear zwischen den beiden Methoden der Empfindlichkeitsanwendung über.